Das Deutsche Medienschiedsgericht (DMS) löst Streitigkeiten zwischen Medienunternehmen.

Bislang werden Konflikte, die die Medien betreffen, vor Verwaltungsgerichten und Zivilgerichten im Instanzenzug ausgetragen – ein oft langwieriger Prozess, der nicht selten von technischen Entwicklungen überholt wird.

Das Deutsche Medienschiedsgericht verfolgt das Ziel, Streitfälle deutlich schneller und damit für die Beteiligten wirtschaftlicher zu lösen. Voraussetzung ist, dass sich die beteiligten Streitparteien darauf verständigen, das Deutsche Medienschiedsgericht um einen Schiedsspruch zu bitten. Diese Verständigung erfolgt im Rahmen der sogenannten Schiedsklausel. Im Rahmen dieser Vereinbarung ist es auch möglich festzulegen, dass das Verfahren vertraulich behandelt wird. Beide Parteien verständigen sich außerdem im Vorfeld darüber, ob der Schiedsspruch abschließend ist, oder noch der Weg zu den ordentlichen Gerichten beschritten werden kann.

Neben dem Schiedsverfahren besteht auch die Möglichkeit der Durchführung von Schlichtungsverfahren und der Erstellung von Schiedsgutachten. Grundlage für die Arbeit des DMS ist die Schiedsgerichtsordnung.

Das DMS hat am 1. September 2016 seine Geschäftsstelle in den Räumlichkeiten der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig in Betrieb genommen. Es ist von der Sächsischen Staatskanzlei initiiert worden und richtet sich an nationale und internationale Medienunternehmen. Das Deutsche Medienschiedsgericht wird vom dem gleichnamigen Verein getragen, der die wirtschaftliche und inhaltliche Unabhängigkeit sicherstellt. Gründungsmitglieder sind neben dem Freistaat Sachsen die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, der Mitteldeutsche Rundfunk und die Mitteldeutsche Medienförderung GmbH.

Der reguläre Schiedsbetrieb wird zum 1. Januar 2017 beginnen.